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Brexit – Das britische Volk hat sich am 23. Juni 2016 gegen den Verbleib in der EU ausgesprochen

05.07.2016

Brexit
Am 23. Juni 2016 stimmte das britische Volk über den Verbleib von Grossbritannien in der EU ab.
In den frühen Morgenstunden des 24. Juni 2016 zeichnete sich immer mehr das positive Votum des Volkes zum «Brexit» ab. Am Schluss sprachen sich rund 52% der Bevölkerung gegen einen Verbleib in der EU und somit für einen Brexit aus. Obwohl die Abstimmungsprognosen von einem knappen Entscheid ausgingen, manifestierte sich bei den Marktteilnehmern in den Tagen vor der Abstimmung immer mehr die Meinung, dass Grossbritannien sich für die EU und gegen den Brexit ausspricht. Umso grösser war die Überraschung über den Entscheid des britischen Volkes.

Das britische Pfund wertete sich daraufhin sofort ab und verlor gegenüber dem Schweizer
Franken zwischenzeitlich über 10% an Wert. Per Ende Juni 2016 hat sich das britische Pfund
bei 1.31 Franken pro Pfund eingependelt, was einer Abwertung von rund 7,5% entspricht.

Auch die Aktienmärkte reagierten nervös und verzeichneten grössere Ausschläge. Insbesondere der japanische Aktienmarkt verlor am 24. Juni 2016 rund 7,9% an Wert, da der japanische Yen als Fluchtwährung gesucht war und vor allem exportorientierte Unternehmen darunter leiden. Aber auch der Schweizer Aktienmarkt startete am 24. Juni 2016 mit einem Verlust von über 6% in den Tag, konnte aber im Verlauf des Tages den Verlust auf 3,4% eindämmen. In den letzten Junitagen konnten die meisten Aktienmärkte die Verluste aus der Brexit-Abstimmung wieder wettmachen.

Welche zukünftigen Entwicklungen sind in Folge der Brexit-Abstimmung zu erwarten?
Da die EU-Verträge gemäss Art. 50 zwar den Austritt eines Landes vorsehen, aber nicht das genaue Prozedere definiert haben, ist vorderhand vor allem mit Unsicherheit und somit volatilen Finanzmärkten zu rechnen. Mittelfristig ist jedoch zu befürchten, dass unter den EU-Ländern eine Art «cherry picking culture» entsteht, d.h. einzelne Länder treten aus, wenn sie nicht mehr im gewünschten Ausmass von der EU profitieren können. Eine solche Entwicklung muss, wenn möglich verhindert werden, ansonsten sinkt die Reputation der EU und dadurch natürlich auch des EURO. Andererseits besteht die Gefahr, dass Grossbritannien, wenn Schottland und Nordirland nicht aus der EU austreten möchten, auseinanderbricht.

Währungen: Vorderhand schwächte sich vor allem das britische Pfund ab. In den nächsten Monaten könnte der Brexit aber auch den Euro belasten und somit die SNB zu weiteren Interventionen zwingen, um weitere Aufwertungen des Schweizer Franken zu verhindern. Langfristig würde vor allem der US Dollar von einer Schwächung des Euro profitieren. Die GEMINI Sammelstiftung hat sich entschlossen die Fremdwährungsrisiken bei den Obligationen vollständig und bei den Aktien teilweise abzusichern.  
> Aufgrund des geringen GBP-Exposures der GEMINI Poolvermögen hatte die Abwertung des GBP bislang nur eingeschränkten Einfluss auf deren Ergebnisse.

Obligationen: Der Austritt Grossbritanniens aus der EU schwächt auch deren finanzielle Stabilität, so dass diverse europäische Institutionen mit weiteren Downgradings der Ratingagenturen konfrontiert werden könnten. Aber auch Grossbritannien könnte weiter herabgestuft werden (aktuell Aa1 und AA), wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung weiter abkühlt und der Finanzplatz London an Bedeutung verliert. S&P senkte das Rating nach dem Brexit von AAA auf AA. Insbesondere englische Finanzdienstleister würden unter der sinkenden Bedeutung des Finanzplatzes London leiden. Aber wie positiv die Entwicklung für paneuropäische Finanzdienstleister wirklich sein wird, ist aktuell ebenfalls schwierig abschätzbar.
> Die GEMINI Sammelstiftung wäre von weiteren Herabstufungen Grossbritanniens betroffen. Das Exposure in den Pool-Vermögen (20, 35 und 50) gegenüber Grossbritannien (Land und Unternehmen) beträgt per 30. Juni 2016 rund 5,6%.

Aktien: Die Aktienmärkte haben sich nach den heftigen Kursrückschlägen kurz nach Bekanntwerden der Abstimmungsresultate in den letzten Tagen wieder erholt. So liegen die globalen Aktienmärkte im Durchschnitt in Schweizer Franken wieder dort wo sie vor der Brexit-Abstimmung lagen.

Auswirkungen auf die GEMINI Sammelstiftung (estimate per 30.06.2016)
Insgesamt resultieren auf Basis dieser Annahmen auf Stufe Gesamtvermögen folgende geschätzten YTD-Performances: 

  • Pool 20 ein Gewinn von +2,5% 
  • Pool 35 ein Gewinn von +1,6% 
  • Pool 50 ein Gewinn von +1,1%

Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und bei Neuigkeiten wieder informieren. Bei allfälligen Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.